Nee natürlich nicht. Ich bin einem Wohnheim von Bosch untergebracht. Das steht in Higashimatsuyama und ist 50km nördlich von Tokyo. Jeden Tag in der Woche gibt es leckeres Frühstück und Abendbrot. Beide Mahlzeiten bestehen größtenteils aus Reis, Fisch, Ei, Tofu und Gemüse. Ab und zu gibt es auch mal Fleisch, welches immer durchwachsen ist. Liegt aber am japanischen Geschmack. Kalter Fisch zum Frühstück ist auch eine Herausforderung für den europäischen Gaumen, aber mittlerweile freue ich mich auf den Morgen-Lachs. Danach gehts mit der Bahn ins Büro, im Großraum Tokyo wird jede Strecke von einer anderen Firma verwaltet. Hat den Vorteil das jede Strecke eine eigene Trasse hat und den Nachteil das man beim Umsteigen ein neues Ticket braucht. Zum Glück gibt es Bezahlkarten wie die Suica, welche von allen Unternehmen anerkannt wird. Am Abend geht nicht allzu viel in Higashimatsuyama. Dafürist gleich um die Ecke eine Sporthalle von Bosch mit allem möglichen zur sportlichen Betätigung. Was natürlich genutzt wird. Habe auch mein erstes Gehalt bekommen, bei der Summe sagt man sich erstmal "WOW, Ich kann auf großem Fuss leben"
Aber da vor der Zahl YEN steht... Mittlerweile nehme ich im Büro auch Japanisch Unterricht um meine Alltagssituationen außerhalb des Büros mit Worten zu meistern, anstatt mit Händen und Füßen. Für die Wäscherei habe ich mittlerweile einen Zettel um meine Hemden waschen zu lassen. Hauptgrund für die Wäscherei ist nicht meine Faulheit sondern die Tatsache, das japanische Waschmaschinen nur mit kalten Wasser waschen. Man mag es kaum Glauben, aber es ist wahr. In einem innovativen Land wie Japan gibt es keine Waschmaschinen mit warmen Wasser. Daneben gibt es noch folgende Sachen die mich nerven in diesem Land:
Es gibt nur Einlagige Taschentücher. Da sagt der Allergiker in mir: Danke, Nippon!
Mülleimer muss man suchen und es gibt ein ausgefeiltes Trennungssystem.
Die Menschen können Ihre Füße beim gehen nicht heben.
Diese 3 Punkte werden aber von den ganzen positiven und tollen Erfahrungen aufgewogen. Ist halt nur nervig 5 Stunden den Müll vom Mittagessen durch Tokyo spazieren zu tragen.
letztes Wochenende war ich am Freitag auf einer Farewell-Party, Abschiedsparty, von einem Kollegen. Normalerweise gehen diese Abschiedsparties nur 2 Stunden in Japan, aber Außnahmen bestätigen die Regel. In Japan sind Welcomes und Farewell Parties nix ungewöhnliches und gehen im Normalfall ca 2Std. Am Samstag haben Wir ein Reisebüro in Tokyo gesucht, was leider nicht von Erfolg gekrönt war. Dafür waren wir in einem schönen Park und haben uns ein Orchideen-Haus angeschaut. Danach ging es noch kurz in den Electric Town, Spitzname für einen Stadtteil in Tokyo, ein Kollege brauchte noch eine Digicam. Der Sonntag begann sehr untypisch mit Aufstehen um 5:45, denn um 6:20 ging der Zug nach Kamakura. Kamakura liegt suedlich von Tokyo und war von 1192 bis 1333 Hauptstadt von Japan. Die Stadt hat viele schöne und interessante Tempelanlagen. Gesehen habe ich Engaku-Ji, Kencho-Ji, Daibutsu und Hase-Dera. Leider konnte ich nicht jede Anlage in Ruhe sehen, da wir mit einer Art Reisegruppe unterwegs waren und die Guides den Zeitplan sehr gestraft haben. Schade war auch, das unsere Guides teilweise auch zum ersten mal die Tempelanlagen gesehen haben und somit nicht viel zu sagen hatten. Dafür gab es aber englische Hand-Outs mit ein paar Infos, muss sie bloß erstmal lesen. Trotzdessen gab es eine Menge fürs Auge, neben schöne Gebäude und Skulpturen gibt es auch noch tolle Gärten. Der Daibutsu ist kein Tempel, sondern eine Buddah Statue und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kamakura und das zu Recht. Ursprünglich stand die Statue in einer Halle, ein Tsunamie hat aber den Buddah obdachlos gemacht. Zum krönenden Abschluss waren wir auf dem jährlichen Yabusame Festival. Hier kann man berittene, japanische Bogenschützen beobachten. Leider war das Feld mittem im Wald, somit konnte nur eine begrenzte Anzahl an Menschen das Spektakel beobachten. Grund genug für mich mir mal die anderen Stände anzuschauen. Zum Glück haben es ein paar Kollegen mit Ihren Digicams geschafft ein paar Bilder zu machen.
Wenn ichs endlich mal geschafft habe die vielen Bilder zu sortieren, dann lade ich sie hoch. Auf der Tokyo-Karte könnt Ihr die Tempelanlagen bewundern.
dieses WE, also das vom 6.4 bis 8.4, war ich wieder in Tokyo unterwegs. Anstatt Ostereier habe ich am Freitag einen Club gesucht und am Sonntag die "mächtige" Godzilla Statue. Ostern wird in Japan nicht gefeiert, zumindestens haben mich keine Verbraucherhinweise in der Öffentlichkeit gefunden, die auf Ostern hinweisen, so wie es in Deutschland 3 Monate vorher üblich ist. Nachdem Feiern am von Freitag bis Samstag frueh um 5 Uhr habe ich den Samstag mit Schlafen verbracht. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die Bahnen von Tokyo nach Higashimatsuyama (da wohne ich) erst ab um 5:30 wieder fahren. Am Samstagabend waren wir nochmal in Tokyo australisch Essen. Das Essen war so klasse, das ich entschieden habe meine YENs nur noch in japanisches Essen zu investieren, Grund: phänomenales Preisleistungsverhältnis. Am Sonntag war ich mit zwei neuen Kollegen in Tokyo unterwegs. Auch diesmal ausgedehntes Park-programm mit Schiffahrt und Godzilla-Suche.
Also bis dann und erfreut euch an euren Schmunzelhasen (Die Dinger von Milka)!
da Text auf die Dauer langweilig gibt habe ich auch ein paar Fotos im Netz.
Dank neumodischen Geotagging könnt Ihr jederzeit mitverfolgen wo ich war und auch wo welches Foto entstanden ist. Die Mühe machee ich mir aber nicht für alle Fotos :-). Folgende Karten sind vorhanden mein Alltagsleben und Tokyo (Edo). Alternativ sind die Karten auch über die Links oberhalb der Einträge zu erreichen.
heute hatte ich mein erstes Wochenende in Japan, was ich gleich mal genutzt habe um mir die vielen Kirschbäume in Tokyo angeschaut habe. Für 2 Wochen stehen diese in voller Blüte, während dieser Zeit trifft sich ganz Tokyo zum Hanami, Kirschblüten beoachten. Die Bäume wurden auch nur zu diesem einen Zweck gepflanzt, da die Kirschen schlecht schmecken sollen. Das ganze gleicht einem riesigen Volksfest, bei dem sich alle in Tokyo in die Parks zwengen und die ganze Zeit essen und trinken. Die Eingänge der Parks sind gesäumt von Fressbuden mit lauter Köstlichkeiten. Zum Glück konnte ich mich zurückhalten, bzw hat mich mein europäischer Geschmack zurück gehalten. Gestern war ich mit 2 Kollegen im Ueno Park, wobei der Park mehr aus einem asphaltiertem Weg und etwas grün bestand auf dem sich die Japaner gedrengelt haben. Danach ging es in den Ameyoko Arcade, eine Art Einkaufsstraße mit allem Möglichen und Unmöglichem. Abgschlossen wurde der Tag mit einem abendlichen Besuch in der University of Tokyo und im Pop Life Department. Letzteres hatte nix mit Musik zu tun. Heute habe ich wieder Kirschblüten und Japaner beobachtet. Auf jede Kirschblüte kammen dabei gefühlte 3 Japaner. Angefangen hat die Tour im Imperial Eastern Garden, einziger Teil des Palastes, der für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Im Park befindet sich das Nippon Budokan, eine Art Multifunktionshalle. Im Inneren fand grad ein Kendo-Turnier statt. Von 5 bis 15 war jedes Alter vertreten.
Danach ging es zum Yasukuni-jinja. Ein Schrein für die Kriegsopfer der Japaner. An sich ein schönes Gelände, nur werden hier auch die Kriegsverbrecher der Japaner geehrt. Verwunderlich war das auf dem Gelände eine riesen Party mit Fressbuden war. Danach ging es zur Harajuku Station. Hier ist Sonntags immer Show-Off der Cos-Play begeisterten Japaner. Kurz danach ging es wieder in Park , Meiji-jingu Gyoen. Vor dem Eingang sollen Sonntags immer Bands proben, da es nirgends erschwingliche Räumlichkeiten gibt. Zu bewundern gabs aber nur tanzwütige Rocker.
Im Park selber konnte man wieder Japaner beim Hanami beochten. Einziger Untscheid: hier ging es lockerer zu als in den anderen Parks, DJ Pults, Frisbee spielende Menschen und viele junge Japaner. Abgeschlossen habe ich den Tag mit dem Shibuya-Crossing, die meist genutzte Kreuzung der Welt.